lifeSandrasen: Fauna

Blauer Erlenblattkäfer (Agelastica alni)

Der sechs Millimeter große Blaue Erlenblattkäfer funkelt schwarzblau-metallisch im Sonnenlicht. Wie sein Artname bereits verrät, ernährt er sich vorwiegend von Erlenblättern. Zum Schutz vor großen Fraßschäden produziert die Erle nach einem Käferbefall spezielle Pflanzenstoffe, die die Verdauung des Käfers hemmen. Dadurch wird der Erlenblattkäfer gezwungen seinen aktuellen Nahrungsbaum zu verlassen und auf eine andere Erle zu wechseln. Bei Futtermangel befällt er auch Weiden und Pappeln. Im Frühjahr legt das Weibchen bis zu 900 orange-gelbe Eier auf der Unterseite von Blättern ab. Nach einigen Tagen schlüpfen daraus kleine schwarze Larven, die sich nach mehreren Wochen in Höhlen nahe der Bodenoberfläche verpuppen. Im Spätsommer ist die Entwicklung zum erwachsenen Käfer abgeschlossen, der dann in der Laubstreu bis zum nächsten Frühjahr überwintert.

 

 

Fischotter (Lutra lutra)

Sein stromlinienförmiger Körper und die Schwimmhäute an seinen Pfoten machen aus ihm einen hervorragenden Schwimmer. Sein dichtes Fell - mit rund 50.000 Haaren pro Quadratzentimeter - schützt ihn dabei perfekt vor Kälte. Als Nahrung bevorzugt der nachtaktive Otter neben Fischen auch Kleintiere oder Vogelgelege, die er in seinem rund 25 km² großen Revier erbeutet. Generell ist der Otter dort Zuhause wo es Wasser gibt, selbst Salzwasser meidet er nicht. Entscheidend sind nur ausreichende Strukturen am und im Gewässer. Diese bieten ihm Unterschlupf wenn er sich zwischen Land und Wasser fortbewegt. Wegen seines wertvollen Fells und als Konkurrent der Fischerei, wurde der Fischotter lange stark bejagt. Neben zunehmender Gewässerverschmutzung und begradigter Flüssen, führte dies zum lokalen Aussterben von Populationen. Generell wurde die Art in ihrem Verbreitungsgebiet enorm dezimiert. Dank gezielter Renaturierungsmaßnahmen und einem strengen Schutzstatus (Anhang II und IV der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie) breitet sich der Fischotter heute wieder zunehmend in Deutschland aus.

Prachtlibelle (Calopteryx virgo)

Männchen (Gebänderte Prachtlibelle)
Weibchen

Eine Libelle als Kennzeichen für gute Wasserqualität

Blaugrün schimmert es in der Luft, wenn die Blauflügel-Prachtlibelle auf und ab fliegt. Zu erkennen ist insbesondere das Männchen, das die namensgebenden blau-schwarz glänzenden Flügel trägt. Das Weibchen hat braune bis kupferfarbene Flügel. Die Gebänderte Prachtlibelle ist die zweite Art der Familie, die in Mitteleuropa vorkommt. Sie hat Flügel, die nur zur Hälfte schwarz eingefärbt sind und ist gut zu unterscheiden. Beide Arten besiedeln ähnliche Lebensräume, wobei die Blauflügel Prachtlibelle deutlich höhere Ansprüche an die Wasserqualität stellt. Sie bevorzugt schnellfließende, beschattete und vor allem nährstoffarme und saubere Fließgewässer. Durch den zunehmenden Nährstoffeintrag in unsere Gewässer ist sie daher sehr selten geworden. Dort wo man sie noch findet zeigt sie also den guten Zustand eines Gewässers an.

Eisvogel (Alcedo atthis)

Der sperlingsgroße Vogel mit dem farbenprächtigen Gefieder ist ein typischer Bewohner der Auenwälder. Mit seinem schillernden blaugrünen Obergefieder und dem rostroten Brust- und Bauchbereich ist er unverkennbar. Er benötigt stehende bis ruhig fließende, klare Gewässer mit einem großen Angebot an Sitzwarten. Er gilt daher auch als Indikatorart für "gesunde" Gewässer. Kleinfische jagt er blitzschnell mit seinem vier Zentimeter langen, spitzen Schnabel aus der Luft. Seine bis zu 80 cm tiefen Nisthöhlen gräbt er geschickt in die sandigen Steilwände von Uferböschungen. Bis zu drei Bruten mit jeweils sechs bis acht Jungen zieht ein Eisvogel-Pärchen im Jahr auf. Gezielte Schutzmaßnahmen, zunehmende Gewässerrenaturierung und verbesserte Wasserqualität führten zu einer Stabilisierung des Bestandes auf geringem Niveau. Der Eisvogel wurde 1973 und 2009 zum Vogel des Jahres gewählt.

Pirol (Oriolus oriolus)

Der Pirol ist ein sehr scheuer Vogel, der sich vorwiegend im Kronendach von hohen Bäumen versteckt. Sein unverkennbarer, flötender Ruf, ein "dü-delüü-lio", ist häufig der einzige Hinweis für seine Anwesenheit. Mit seinem leuchtend gelben Gefieder und dem kräftig rot gefärbten Schnabel, zählt er zu den farbenfrohsten einheimischen Vögeln. Der Pirol ist ein charakteristischer Bewohner feuchter Laubwälder, ist aber auch in Parks anzutreffen. Zu seiner Nahrung gehören Insekten und fleischige Früchte. In hohen Astgabeln von Laubbäumen baut er sein napfförmiges Nest in dem er von Mai bis Juli brütet. Über die Wintermonate zieht er nach Afrika und kehrt erst im Frühjahr in unsere Breitengrade zurück. Seit vielen Jahren wird der Pirol auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands geführt. Seine negative Bestandsentwicklung hängt eng mit der zunehmenden Zerstörung von Flussauen und alten Wäldern zusammen.

Europäischer Biber (Castor fiber)

Der europäische Biber ist das größte einheimische Säugetier. Er gestaltet seinen Lebensraum, wie kaum ein anderes Tier. Mit Hilfe von gefällten Bäumen baut er Dämme und staut Bäche und Flüsse auf. Neben dem Transport von Ästen und Stämmen dient der höhere Wasserstand vor allem der Sicherung seiner Wohnbauten. Zum Schutz vor Feinden befinden sich die Eingänge stets unter Wasser. Sein flacher, schuppiger Schwanz - auch Kelle genannt - dient ihm zum Steuern beim Schwimmen, im Sommer zur Kühlung und im Winter als Fettspeicher. Seine orangefarbenen Schneidezähne sind sehr scharf und wachsen ein Leben lang nach. Sie dienen dem Pflanzenfresser zur Nahrungs- und Baumaterialbeschaffung. Biber besetzen mit ihren Wohnbauten feste Reviere. Anfang des 20. Jahrhundert war der Biber in Deutschland wegen intensiver Bejagung und der Zerstörung seines Lebensraums fast ausgestorben. Durch seinen Schutzstatus, mehrere Wiederansiedlungsprojekte und der Renaturierung von Flüssen nimmt sein Bestand zu. Nach dem BNatSchG zählt er zu den "streng geschützten" Arten und ist europaweit nach FFH-Richtlinie Anhang II und IV geschützt.

Hirschkäfer (Lucanus cervus)

Mit einer Körpergröße von bis zu neun Zentimeter ist der Hirschkäfer unsere größte Käferart. Er hat einen schwarzbraunen Körper und braunrote Flügeldecken. Nur das Männchen besitzt das charakteristische "Geweih", welches sein bis zu drei Zentimeter langer Oberkiefer ist. Diesen setzt er nur für Rivalenkämpfe und zum Festhalten der Weibchen ein. Seinen Lebensraum bilden alte Laubwälder, aber auch Parks mit einem hohen Totholzanteil. Als Lebensraum nutzt er neben Eichen auch weitere Baum- und Straucharten. Er ernährt sich von verschiedenen Baumsäften. Das Weibchen legt bis zu 28 weißlich-gelbe Eier an morsche Wurzelstöcke. Die Larven ernähren sich von totem, verpilztem Holz und verpuppen sich erst nach drei bis acht Jahren. Aufgrund der großflächigen, regelmäßigen Beseitigung von Totholz in unseren Wäldern ist der Hirschkäfer sehr selten geworden. Nach der Roten Liste Deutschlands ist er derzeit als "stark gefährdet" eingestuft. Nach dem BNatSchG ist er "streng geschützt" und europaweit im Anhang II der FFH-Richtlinie gelistet.

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

Die Wasserfledermaus zählt mit einer Flügelspannweite von bis zu 27,5 cm zu den mittelgroßen Arten der Gattung Mausohr. Zu ihrem deutschen Namen ist sie durch ihr spezielles Jagdverhalten gekommen. In geringer Höhe fliegt sie über Wasserflächen und erbeutet vor allem Zuckmücken und andere Wasserinsekten. Mit ihren außergewöhnlich großen Füßen kann sie sogar kleine Fische fangen. Ihre Beute befördert sie mit ihrer Schwanzflughaut direkt in den Mund. Tagsüber schläft die Wasserfledermaus in Baumhöhlen in Waldarealen. Ihr Jagdgebiet sind offene Wasserflächen sowie Bäche und kleinere Flüsse. Im Gegensatz zu vielen anderen Fledermausarten wird die Wasserfledermaus nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt. Sie ist relativ häufig und ihr Bestand gilt als gesichert. Nach Anhang IV der FFH-Richtlinie ist sie streng geschützt.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:               Michael Zauft (Projektleitung)

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