lifeSandrasen: Flora

Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)

Das Bittere Schaumkraut – wegen seiner Ähnlichkeit auch „Falsche Brunnenkresse“ genannt, erblüht ab April teils „teppichartig“ auf quelligen und nährstoffreichen Standorten. Als Halblichtpflanze bevorzugt es bewaldete Bereiche und ist eine Charakterart der Auenwälder. Die hübschen weißen Blüten sowie die restliche Pflanze sind essbar, haben aber wie der Name verrät einen recht bitteren Geschmack (Lateinisch: amárus, -a, -um = bitter). Wegen des hohen Vitamin C - Gehaltes wurde das Bittere Schaumkraut früher als Heilmittel gegen Skorbut verwendet. 

Großes und Mittleres Hexenkraut (Circaea lutetiana & Circaea x intermedia)

Großes Hexenkraut
Mittleres Hexenkraut

Das Große Hexenkraut ist eine charakteristische Pflanze der Erlen- und Eschenwälder. Es wächst auf feuchten und nährstoffreichen Böden und kommt auch an sehr schattigen Standorten vor. Zwischen Juli und August blühen die kleinen weißen bis zartrosa Blüten aus denen sich danach ein keulenförmiger Samen bildet, der mit kleinen Widerhaken besetzt ist. Vorbeistreifende Tiere und Menschen sorgen so für die Verbreitung der Pflanze. Das Mittlere Hexenkraut, das ebenfalls in Auenwälder vorkommt, ist eine natürlich entstandene Kreuzung des Großen und des Alpen Hexenkrauts.

Einige Mythen umgeben die Pflanze. So deutete man es zum Beispiel in alten Zeiten als sicheres Zeichen, dass man sich verirrt hatte wenn man das Hexenkraut im Wald entdeckte. In Schlesien war es Brauch die Pflanze an die Viehställe zu hängen, um sich so vor Verhexungen zu schützen.

Wechselblättriges Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium)

Schattig und feucht mag es das Wechselblättrige Milzkraut, weshalb es in Auenwäldern oft zu finden ist. Auf nährstoff- und humusreichen Böden bildet es mit seinen unterirdischen Ausläufern größere Gruppen. Im Frühjahr blüht es dezent mit kleinen gold-gelben Blüten und wird nicht von jedem gleich entdeckt. Nachdem es geblüht hat, bildet es schalenförmige Kapselfrüchte. Die darin enthaltenen Samen werden entweder durch Regentropfen herausgeschleudert oder zum Beispiel durch Ameisen verbreitet. Seinen Namen verdankt die Pflanze der Form ihrer Blätter, die einer Milz ähneln.

Einbeere (Paris quadrifolia)

Die Einbeere ist eine Pflanze, die häufig in Auenwäldern sowie in Eichen-, Buchen und Nadelmischwäldern zu finden ist. Dort wo sie wächst zeigt sie das Auftreten von Grund- und Sickerwasser an. Schattige Bereiche und humose, nährstoffreiche Böden sind der bevorzugte Standort der Einbeere. Sie bildet vier Blätter in einem Quirl in deren Mitte nach der Blütezeit von Mai bis Juni eine einzelne blauschwarze, kirschgroße Beere reift, die der Pflanze ihren Namen gibt. Insbesondere die Beere ist giftig sowie auch die übrigen Pflanzenteile. Früher fand sie daher Verwendung in der Volksmedizin bei der Behandlung von ansteckenden Krankheiten, was ihr den Beinamen "Pestbeere" eintrug.

Winkel-Segge (Carex remota)

Die zarte Winkel-Segge ist ein sogenanntes Sauergras und bevorzugt nährstoff- und sauerstoffreiche Böden. Schatten verträgt sie als typische Art feuchter Bachauenwälder gut und ist von den Tief- bis in die Höhenlagen in Deutschland recht weit verbreitet. Im Juni und Juli blüht die Winkel-Segge, ihre Samen werden anschließend durch Wasser oder Wind verbreitet.

Großes Springkraut (Impatiens noli-tangere)

Das Große Springkraut - auch Echtes Springkraut oder Rühr-mich-nicht-an genannt - ist eine ausgesprochene Schattenpflanze und wächst an feucht bis nassen Bachrändern, Waldstellen und Auenwäldern. Seine Beinamen verdankt es zum einen der Tatsache, dass es das einzige Springkraut ist, das ursprünglich in Mitteuropa beheimatet ist. Sowohl das weitverbreitete Kleine als auch das Indische Springkraut sind eingewanderte Arten. Zum anderen bezieht sich die volkstümliche Bezeichnung Rühr-mich-nicht-an auf den Mechanismus der Samenverbreitung. Berührt man die reifen durch Zellsaftdruck gespannten Fruchtkapseln, reißen diese auf und schleudern die Samen bis zu 3 m weit. Anhand der Blätter- und Blütenform ist das Große Springkraut von seinen neuen Verwandten bei näherer Betrachtung gut zu unterscheiden.

Scharbockskraut (Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria L.)

Auf feuchten Wiesen und in Auenwäldern leuchten im Frühjahr die goldgelben, sternförmigen Blüten des Scharbockskrauts als ein erster Farbklecks nach dem Winter. Bevor die ersten Bäume grün werden bildet die Pflanze eine deckende Bodenschicht mit ihren Blättern. Vor der Blüte sind die oberirdischen Pflanzenteile essbar und enthalten viel Vitamin C, weshalb sie früher zur Behandlung von Skorbut - einer Mangelerscheinung - eingesetzt wurden. Von Scharbock = Skorbut leitet sich auch der deutsche Trivialname ab. Beim Erscheinen der Blüten lagert sich in den Blättern ein Gift ein und sie werden ungenießbar.

Gewöhnlicher Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Mit etwas Glück und geschärftem Blick kann man im Frühjahr den Gewöhnlichen Schuppenwurz in feuchten Laub- und Auenwäldern entdecken. Bei der blassrosa blühenden Pflanze handelt es sich um einen sogenannten "Vollschmarotzer". Die Pflanze selber besitzt keine Möglichkeit Nährstoffe zu produzieren und zapft deshalb mit winzigen Saugrohren die Wurzeln ihrer Wirtsbäume - vor allem Erlen, Buchen und Weiden - an. Dafür bildet sie ein Wurzelgeflecht aus, das bis zu 2m lang und 5 kg schwer werden kann! Die erste Blüte wird meist erst nach etwa 10 Jahren gebildet. Wer die Nährstoffe anderer nutzt braucht auch nicht sonderlich viel Licht, weshalb der Gewöhnliche Schuppenwurz auch sehr schattige Standorte besiedeln kann. Nach der Blüte verschwindet die Pflanze wieder im Boden - bis zum nächsten Frühling!

Dunkelgrünes Lungenkraut (Pulmonaria obscura)

Die in Mitteleuropa meistverbreitete Art der Lungenkräuter - das Dunkelgrüne Lungenkraut - wächst bevorzugt auf sickerfeuchten, nährstoff- bis basenreichen Böden in Laub- und Nadelmischwäldern. Während der Blütezeit von März bis Mai bildet die Pflanze zunächst rosa Blüten, die sich mit der Zeit blau verfärben. Verursacht wird der Farbwechsel durch die Bestäubung von Insekten, durch die der pH-Wert des Zellsaft verändert wird. Rosa Blüten haben ein saures Milieu und signalisieren, dass sie noch unbestäubt sind. Nach der Bestäubung ändert sich das Milieu ins basische und die Blüte wird blau. Namensgebend für die Pflanze ist die ihr zugeschriebene Heilkraft bei Brust- und Lungenleiden.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:               Michael Zauft (Projektleitung)

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