Hecken als Schutz für die Aue

Hecken als Schutz für die Aue

Durch den Sediment- und Nährstoffeintrag wachsen im angrenzenden Auenbereich vor allem Brennnesseln.
Bevor die Hecke gepflanzt wird, mähen Mitarbeiter der Firma "Forstkontor Bülstringen" die Fläche.
Besonders in Hangbereichen sichert die Hecke vor Bodenerosion.
Mit einem Bohrer werden Löcher für die Pflanzung der jungen Sträucher geschaffen.
Der Zaun schützt die jungen Sträucher vor Verbiss durch Rehe und Biber.
Insgesamt wurden elf verschiedene Straucharten für die Hecke gepflanzt.
Dazu gehört z. B. der "Blutrote Hartriegel" (Cornus sanguinea).

Auen sind zwar von Natur aus nährstoffreiche Standorte, aber auch hier kann es "ein Zuviel" geben. Dies tritt zum Beispiel ein, wenn durch Bodenerosion Sedimente zusammen mit Nährstoffen aus benachbarten Flächen in die Aue gelangen. Dieser Prozess wird durch geneigte Flächen nochmals begünstigt. Als Folge wachsen in den betroffenen Bereichen nur noch die Pflanzen, die viele Nährstoffe vertragen und mögen - Brennnesseln zum Beispiel. Im Grunde erstmal nicht dramatisch, aber die hohen und dichten Brennnessel-Fluren nehmen anderen typischen Auenwaldbewohnern Licht und Platz weg und sind dann recht bald die einzigen Pflanzen, die hier noch wachsen.

Damit der Eintrag in die Stepenitzaue minimiert wird, hat die Firma "Forstkontor Bülstringen", im Auftrag von LIFE Feuchtwälder, zweireihige Hecken an drei Standorten nördlich von Putlitz gepflanzt. Die Sträucher wachsen nun an der Grenze zwischen Aue und Acker und bilden mit der Zeit eine dichte Hecke, die dann als sogenannter "Pufferstreifen" dient.

Gepflanzt wurden typische Heckensträucher wie z. B. Hartriegel, Pfaffenhütchen und Hundsrose aus "gebietsheimischer Herkunft". Das bedeutet, dass die Sträucher nur aus Saatgut herangezogen wurden, welches aus dem zu bepflanzenden Herkunftsgebiet stammt - in diesem Fall das "Nordostdeutsche Tiefland". Neben der Funktion als "Puffer" bietet die Hecke vielen Tieren und Insekten einen wertvollen Lebens- und Rückzugsraum, der ihnen Nahrung in Form von Blüten und Früchten liefert. Andere hingegen haben die jungen Sträucher leider zum Fressen gern. Die einen mögen die Wurzeln, die anderen die jungen Triebe und Äste. Deshalb sollen Greifvogelstangen auf natürliche Weise dazu beitragen, dass Wühlmäusen und Co. nicht überhand nehmen. Für die anderen Fraßfeinde wie Wild und Biber ist es notwendig die Hecke in den ersten Jahren durch einen Zaun zu sichern. Damit der Wildwechsel an der Stepenitz durch diesen nicht beeinträchtigt wird, wurden an ausgesuchten Stellen Lücken gelassen. Wenn die Sträucher in zwei Jahren ordentlich gewachsen sind, wird der Zaun durch das LIFE Feuchtwälder Projekt wieder komplett zurückgebaut.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:               Michael Zauft (Projektleitung)

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