Mehr Licht und Platz für den Erlennachwuchs

Mehr Licht und Platz für den Erlennachwuchs

Dadurch, dass der Mäher auf Ketten fährt, wird der empfindliche Moorboden nur gering belastet.
Die Mahd der Röhrichte (hier bei Hellburg) ist keine leichte Aufgabe.
Der Mäher arbeitet sich durch das dichte Seggenröhricht.
Vor der Mahd - hohes Schilf, Brennnesseln und verfilztes Gras.
Nach der Mahd - viel Licht und Platz.
Die reifen, rot-braunen Erlensamen finden auf dem offenen Boden nun beste Keimbedingungen.
Am Rand der Stepenitzaue steht noch Auenwald. Die Erlen können sich nun in die frei gemähte Fläche ausbreiten.

Früher stand entlang der Stepenitz ein geschlossener Auenwald. Um Flächen als Wiese oder Weide nutzen zu können, wurde der Wald gerodet und die Flächen durch Entwässerungsgräben trocken gelegt. Da die Nutzung der moorigen und oft recht feuchten Flächen sehr aufwändig ist und nicht mit großen Maschinen durchgeführt werden kann, wurde sie mit der Zeit aufgegeben. Die Wiesen und Weiden liegen heute brach, wachsen immer mehr zu und nur wenige Pflanzenarten wie Schilf oder Brennnesseln dominieren. Samen von Erle und Co haben es hier schwer, offenen Boden und genug Licht zum auszukeimen zu finden. Zum Glück gibt es für die Pflege von Moorflächen heutzutage aber Spezialtechnik. Maschinen mit normalen Reifen würden viel zu hohen Druck auf die empfindlichen Böden ausüben, diesen zerfahren und vermutlich stecken bleiben. Genutzt werden deshalb sogenannte "Gleisbandfahrzeuge" oder "Pisten-Bullys", die auf Ketten fahren. Der Druck des großen Mähers reduziert sich dadurch auf 100 g pro Quadratzentimeter, das ist sogar weniger als ein Mensch mit Gummistiefeln!

Diese "Spezialisten" haben für LIFE Feuchtwälder Anfang Oktober 2017 in der Stepenitzaue Feuchtwiesen zwischen Klein Linde und Hellburg gemäht. Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe! Zum einen wird der Aufwuchs abgemäht und so viel Licht geschaffen. Schilf kann über 2 m hoch werden, das wirft viel Schatten! Zum anderen gibt es nach der Mahd Bereiche mit offenem Boden, die den gerade frisch ausgereiften Erlensamen direkt als Keimbett dienen. Nun ist die Natur dran. Entlang der Stepenitz sollen die frisch gemähten Flächen nach und nach durch Erlen und andere Gehölze zurück erobert werden, damit hier langfristig wieder ein Auenwald wächst. Um diesen Prozess zu fördern, sollen diesen Winter auch noch die Entwässerungsgräben in den Flächen deaktiviert werden. Erlensamen keimen nämlich besonders gut auf feuchtem Boden, weswegen sie diesen Winter an der Stepenitz ideale Bedingungen vorfinden werden!

Wenn die Gräben dann auch verschlossen sind, heißt es abwarten und den Bäumen beim Wachsen zusehen!

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:               Michael Zauft (Projektleitung)

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