Raus aus dem Büro, rein in die Heide - Arbeitseinsatz für die Glocken-Heide

Raus aus dem Büro, rein in die Heide - Arbeitseinsatz für die Glocken-Heide

Die Fläche vor dem Arbeitseinsatz. Aufgewachsene Kiefern nehmen der Glocken-Heide Licht und Wasser.
Mit der Kettensäge rücken Kollegin Lea Egloff und Naturwachtmitarbeiter Thomas Mertke den Kiefern zu Leibe.
Zwischendurch müssen die Sägen wieder geschärft werden.
Voller Körpereinsatz bei der Beseitigung der gefällten Bäume.
Stärkung muss sein! Verschnaufpause bei schönstem Sonnenschein.
Das Zielobjekt des Tages: Die schöne Glocken-Heide (Erice tetralix)
Die Fläche nach dem Arbeitseinsatz. Die Glocken-Heide (Erica tetralix) und ihre Verwandte die Besenheide (Calluna vulgaris) haben nun deutlich mehr Licht und Platz.
Hübsch gestapelt erhalten die Kiefernstämme ein zweites Leben als Insekten- und Reptilienunterschlupf.
Teamwork! So sind die Stämme viel schneller von der Fläche getragen.
Die fleißigen Helfer nach getaner Arbeit.

Bei eisigen Temperaturen aber strahlendem Sonnenschein wurde auf einer ehemaligen Waldbrandfläche nördlich von Märkisch Buchholz beherzt gegen Kiefern vorgegangen. Grund dafür war die Glocken-Heide, die hier ihr derzeitig größtes Vorkommen im Dahmeland hat. Die Glocken-Heide (Erica tetralix) ist ein typischer Vertreter des FFH-Lebensraumtyps 4010 "Feuchte Heiden mit Erica Tetralix" und gehört, wie der Name bereits verrät, zu der Familie der Heidekrautgewächsen. Eine vermutlich weitaus bekanntere Verwandte ist die Besenheide (Calluna vulgaris).

Hier in Brandenburg ist die Glocken-Heide eine echte Besonderheit, denn eigentlich ist sie eine "atlantisch" verbreitete Pflanze und kommt sonst hauptsächlich in Westeuropa vor. Dort herrscht ein sogenanntes "Meeresklima", welches kühle Sommer und milde Winter mit sich bringt. Zu kalt mag es die Glocken-Heide nämlich nicht! Sie wächst auf feuchten und sauren Standorten wie z. B auf Moorwiesen und lichten Moorwäldern.

Ein großer Waldbrand hat genug Licht geschaffen und dafür gesorgt, dass die Glocken-Heide in dem Luch nördlich von Märkisch-Buchholz noch zahlreich vorkommt. Allerdings wurden Licht und auch Wasser wegen der zunehmenden Kiefern immer weniger. Ein Arbeitseinsatz der beiden LIFE-Teams der Stiftung Naturschutzfonds mit tatkräftigen Helfern der Naturwacht, des Naturschutzfonds und Freiwilligen der Uni Potsdam, sollte der Glocken-Heide nun bessere Bedingungen verschaffen. Sandrasen Kollegin Lea Egloff und Naturwachtmitarbeiter Thomas Mertke schwangen dafür fleißig die Kettensäge und fällten zahlreiche Kiefern. Die zerkleinerten Bäume wurden anschließend aus der Fläche getragen und am Rand aufgeschichtet. Nach getaner Arbeit ließ sich der Unterschied deutlich erkennen. Bleibt also zu hoffen, dass sich die Glocken-Heide hier weiter behauptet und im Sommer wieder schön blüht.

Einen weiteren Beitrag zum Arbeitseinsatz für die Glocken-Heide gibt es hier.

Was der Glocken-Heide hilft, hilft auch Pflanzenarten, die weitaus trockener wachsen, denn den hohen Lichtbedarf haben sie gemeinsam! Im Anschluss ging es daher noch auf eine Fläche des "LIFE Sandrasen" Projektes, südlich von Groß Köris. Auch hier wurden die Kiefern gefällt um Grasnelke, Sandstrohblume und Co. in Zukunft wieder mehr Raum und Licht zum Wachsen zu geben. Mehr dazu hier.

Auf diesem Wege möchten wir uns nochmals ganz herzlichen bei den zahlreichen, sehr fleißigen Helfern bedanken!

 

 

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:               Michael Zauft (Projektleitung)

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