Wo die wilden Flussperlmuscheln wohnen...

Wo die wilden Flussperlmuscheln wohnen...

Anke Willharms vom "Aller-Projekt" erläutert die Baumpflanzungen an der Kleinen Aller.
Gut geschützt vor Biberzähnen.
Kies- und Totholzeinbau ist auch kleinflächig möglich und bringt mehr Struktur in eintönige Gewässer.
Der künstlich geschaffene Altarm schafft einen neuen Lebensraum in der begradigten Kleine Aller.
Die renaturierte Lutter bietet nun einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten wieder eine abwechslungsreiche Heimat.
Reinhard Altmüller zeigt wie sich die Lutter an dieser Stelle ihren "eigenen Weg" gesucht hat.
Reinhard Altmüller erklärt einen der Sandfänge, die im "Lutter-Projekt" angelegt wurden. Sie dienen der Reduzierung der Sandfracht aus den angrenzenden Ackerflächen.
Vorsichtig sucht Reinhard Altmüller das Bachbett nach Flussperlmuscheln ab um sie dem Projektteam zu zeigen.
Diese Flussperlmuscheln sind etwa 15 Jahre alt. Ab diesem Alter sind sie fortpflanzungsfähig.

Am ersten Tag trafen wir Anke Willharms vom "Aller-Projekt" des Vereins Aktion Fischotterschutz e.V., die uns entlang der Kleinen Aller eine Reihe von Maßnahmen zeigte. Interessant waren mehrere Pflanzungen am Gewässerrand, da diese in unserem Projekt auch noch auf dem Plan stehen. Einen wichtigen Tipp konnten wir hier gleich mitnehmen, wer Bäume und Sträucher wirklich "bibersicher" pflanzen möchte, der sollte seinen Schutzzaun mit Haken im Boden verankern. Da in einer landwirtschaftlich geprägten Region größere Maßnahmenumsetzungen oft nicht einfach sind, zeigte uns Frau Willharms, dass auch kleinere Maßnahmen, wie Kiesschüttungen oder Totholzeinbau, positive Effekte auf die Struktur und die Vielfalt im Gewässer haben. Ein künstlich angelegter "Altarm" stellte den letzten Exkursionspunkt dar. Die erst kürzlich fertig gestellte Maßnahme, schafft nun in einem sonst begradigten Gewässer etwas Abwechslung und einen neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Am zweiten Exkursionstag drehte sich alles um das "Lutter-Projekt", welches durch das Bundesumweltministerium und den Landkreis Celle gefördert wurde.. Ziel des Projektes war die Sicherung und Verbesserung des Flussperlmuschelbestandes (Margaritifera margaritifera) in den Flüssen Lutter und Lachte. Hierfür trafen wir uns mit Reinhard Altmüller, der das Projekt vor über 20 Jahren aus der Taufe gehoben hat. Da Lebensraumschutz bekanntlich der beste Artenschutz ist, wurden beide Fließgewässer in weiten Teilen renaturiert und darüber hinaus Maßnahmen umgesetzt, die die Sand- und Nährstofffracht aus angrenzenden Landwirtschaftsflächen reduzierte. Ganz ähnliche Maßnahmen also, wie sie auch in unseren Fließgewässern mit Bachmuschelbeständen sinnvoll wären. Die Flussperlmuscheln - insbesondere die Jungmuscheln -benötigt nämlich nährstoffarmes Wasser und einen kiesigen Untergrund, der nicht übersandet werden darf. Heute haben Lutter und Lachte den größten fortpflanzungsfähigen Bestand an Flussperlmuscheln in Deutschland. Herr Altmüller erläuterte uns an verschiedenen Exkursionspunkten die Umsetzung des Projektes und hob sich die Präsentation der Flussperlmuscheln selbst, bis zum Schluss auf. Die Exemplare, die wir zu sehen bekamen waren etwa 15 Jahre alt und sind somit die Teenager-Generation des Bestandes. Generell kann eine Flussperlmuschel über 100 Jahre alt werden, ab einem Alter von 15 ist sie zur Fortpflanzung fähig!

Wir möchten uns auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich bei Frau Willharms und Herrn Altmüller für die interessanten und spannenden Einblicke in die beiden Projekte bedanken!

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:               Michael Zauft (Projektleitung)

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