Die Moor-Birke ist Baum des Jahres

Die Moor-Birke ist Baum des Jahres

Birken-Moorwald am Großen Barschsee im Natupark Stechlin-Ruppiner Land.

Moor-Birkenwälder sind ein Hotspot der Biodiversität.

Wollgräser im Birken-Moorwald.

Auf dunklem, spärlich bewachsenen Moorboden fällt die weiße Rinde besonders ins Auge - die Moor-Birke (Betula pubescens). In Brandenburg kennt man Birken sonst eher als Bewohner der ausgedehnten Sandlandschaften. Mit dieser Sand-Birke ist die Moor-Birke auch eng verwandt und äußerlich nur schwer zu unterscheiden. Bei genauerem Hinsehen kann man feststellen, dass junge Zweige und auch die Blattunterseite der Moor-Birke behaart sind. Außerdem macht natürlich der Lebensraum den Unterschied. Sie besiedelt feuchte bis staunasse, saure Moorböden mit einer geringen bis sehr geringen Nährstoffversorgung. Letzteres ist unter anderem der Grund, warum die Moor-Birke nur kleinere strauchartige Wuchsformen auf diesen Standorten ausbildet. Moor-Birken sind sehr kältetolerant, -40° C stellen für sie kein Problem dar. Daher kommen sie eher auf der nördlichen Erdhalbkugel vor - von Grönland über die nordischen Wälder bis Sibirien - fühlt sich aber auch im milderen brandenburgischen Klima noch wohl.

Wie die Sand-Birke ist die Moor-Birke, eine typische Pionierbaumart. Sie kommt mit den extremeren Klimaverhältnissen auf offenen Flächen gut zurecht. In ihrem Schutz können dann die späteren Waldbaumarten heranwachsen. Die lichthungrigen, konkurrenzschwachen Pioniere werden auf eher unwirtliche Standorte verdrängt: Die Sand-Birke auf trockene, sandige Flächen, die Moor-Birke auf kalte, moorige.

Die Moor-Birke ist in Deutschland selten anzutreffen. Dies liegt unter daran, dass es nur noch sehr wenige Plätze gibt, wo die Moor-Birke langfristig wachsen und gedeihen kann - 90 Prozent aller Moore in Deutschland sind mittlerweile entwässert. Moor-Birkenwälder gelten als stark gefährdet und sind inzwischen bundesweit gesetzlich geschützt. Dabei sind sie ein Hotspot der Biodiversität. Viele Tierarten sind auf diesen Lebensraum spezialisiert und kommen ausschließlich hier vor, beispielsweise die Birkenmaus, der Hochmoor-Bläuling und der Sumpfporst. Mit dem Verschwinden der Moore wird als nicht nur CO² freigesetzt, auch die Artenvielfalt geht massiv zurück.

Im Rahmen unseres Feuchtwälder-Projektes setzen wir uns auch für den Erhalt und die Wiederherstellung von Moorwäldern ein und damit auch für den Baum des Jahres ein. Wir haben zum Beispiel Gräben verschlossen, die die Moorwälder entwässert haben.  Um den Waldumbau voranzutreiben, haben wir vor allem Fichten entfernt. Diese Baumart ist in Brandenburg nicht heimisch: Ihr hoher Wasserbedarf passt eigentlich nicht zum niederschlagsarmen Brandenburg. Durch das Entfernen verbessert sich die Grundwasserneubildung im Einzugsgebiet deutlich, wovon der Moorwald profitiert.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:              Michael Zauft (Projektleitung)

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