Hellseemoor bei Rheinsberg wird vor dem Austrocknen bewahrt

Hellseemoor bei Rheinsberg wird vor dem Austrocknen bewahrt

Die Sohlschwelle besteht aus einem Lehmkern, welcher durch eine Kies- und Steinschicht sowie durch Holzpfähle gestützt wird.
Mit der Sohlschwelle wird das starke Absinken der Wasserstände in den Sommermonaten oder bei geringen Niederschlägen verhindert.
So werden gefährdete Moorarten wie der Rundblättgrige Sonnentau geschützt.

Um den Wasserstand im Hellseemoor bei Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz—Ruppin zu stabilisieren und das Moor vor dem Austrocknen zu bewahren, hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg im Rahmen ihres EU-Projektes „LIFE Feuchtwälder“ eine Sohlschwelle in den Hauptentwässerungsgraben einbauen lassen.

Das Hellseemoor im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land beheimatet viele unterschiedliche Lebensraum- und Biotoptypen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten wie z. B. dem Kranich und dem Rundblättrigen Sonnentau. Früher mähten die Menschen die „Hellseewiesen“ für Viehfutter und Einstreu. Diese Nutzung ist längst aufgegeben, aber der dafür angelegte Entwässerungsgraben besteht weiterhin. Durch ihn verliert das Moor regelmäßig das überlebenswichtige Nass. Die damit verbundenen Wasserstandsschwankungen zerstören das Moor zunehmend, wodurch der Artenreichtum sowie die ökologischen Funktionen gefährdet sind.

Um die hydrologischen Bedingungen des Hellseemoores zu verbessern, hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg eine feste Sohlschwelle von zwölf Metern Länge auf den Grund des 250 Meter langen Hauptentwässerungsgrabens einbauen lassen. Sie besteht aus einem Lehmkern, welcher durch eine Kies- und Steinschicht sowie durch Holzpfähle gestützt wird. Die Baumaßnahmen wurden vom Gewässerunterhaltungsverband Oberer Rhin/Temnitz umgesetzt und sind nun abgeschlossen.

„Mit der Sohlschwelle werden die höheren Wasserstände aus Winter und Frühjahr über längere Zeit in die Vegetationsperiode hinein im Moor gehalten“, erklärt Projektmitarbeiterin Inga Willecke, „Wichtig ist klarzustellen, dass mit der Schwelle kein Wasser angestaut wird. Sie verhindert lediglich das starke Absinken der Wasserstände in den Sommermonaten oder bei geringen Niederschlägen.“ Wenn ein bestimmter Wasserstand überschritten wird, läuft das überschüssige Wasser über die Sohlschwelle hinweg einfach ab. Um die Auswirkungen auf das Moor und angrenzende Flächen besser abschätzen zu können, hatte die Stiftung im September 2017 zunächst ein Probestau errichtet.

Wie das Hellseemoor auch sind viele der Brandenburger Moore entwässert und trockengelegt worden, um ihre Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können. Von den aktuell 165.000 Hektar Moorböden im Land Brandenburg sind nur noch knapp 8.000 Hektar als naturnah zu betrachten und weisen eine ausreichende Wasserversorgung auf, um Torf bilden und wachsen zu können. Mehr als die Hälfte dieser Moorflächen wurde renaturiert.

Durch die Sohlschwelle am Hellseemoor kann eine fortschreitende Degradation der Fläche verhindert und in Teilbereichen günstige Bedingungen für ein erneutes Moorwachstum geschaffen werden. Zusätzlich schafft das zukünftig hoffentlich in ausreichendem Maße vorhandene Wasser gute Perspektiven für die Bestände geschützter Moorarten wie Torf- und Braunmoose, Sonnentau oder Moosbeere. Ziel der Maßnahme ist es außerdem, den regionalen Landschaftswasserhaushalt durch Stabilisierung der Grundwasserstände im Einzugsgebiet zu verbessern.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:              Michael Zauft (Projektleitung)

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