Mehr Blütenpracht für Auen- und Moorwälder

Mehr Blütenpracht für Auen- und Moorwälder

Das Spitzblättrige Torfmoos (Sphagnum capillifolium) ist eine der ausgebrachten Moosarten.

Mit einem Besen wird die Wiederansiedlungsfläche vorher aufgeraut - so wachsen die Moose besser an.

Ein voller Erfolg - die ausgepflanzten Prachtnelken in Blüte!

Die Fläche wird für die Ausbringung der Glockenheide (Erica tetralix) vorbereitet.

Ausgebrachte Ufer-Torfmoose am Rheinsberger Rhin.

Die Maßnahmen in unserem Projekt dienen der Initiierung natürlicher Prozesse. Dennoch ist für den Erhalt der Artenvielfalt von Auen- und Moorwäldern auch aktive Unterstützung nötig: Oft findet eine natürliche Verbreitung von Moosen und Pflanzen kaum oder nicht mehr statt, weil beispielsweise Überschwemmungen zu selten auftreten, oder Populationen weit auseinander liegen. Ein wichtiger Aspekt zur Unterstützung der Biodiversität ist daher die Wiederansiedlung von bedrohten Arten. Diese Wiederansiedlungsmaßnahmen konnten im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Von den geplanten acht Gefäßpflanzen und fünf Moosarten konnten fünf Gefäßpflanzen und vier Moose durch die Firma Nagola Re erfolgreich wieder angesiedelt werden.

Dem vorausgegangen war die Erstellung eines umfangreichen Konzeptes mit potentiellen Emfänger- und Spenderflächen. 2019 ging es los mit der Saatgutsammlung.

Um kein gebietsfremdes Saatgut auf den Flächen auszubringen, wurden die Samen im entsprechenden Gebiet gesammelt. Ein Teil der Samen wurde von Nagola Re zur Anzucht von Jungpflanzen genutzt, die dann vom Projektteam und Mitarbeiter*innen von Nagola Re in den Herbst- und Wintermonaten in den Projektgebieten ausgepflanzt wurden. Teilweise wurden die Arten auch direkt als Samen im Gelände ausgebracht. Dies galt vor allem für Auenarten, die bevorzugt auf Rohboden keimen. Im Fall der Moose wurden diese zu Häckseln zerkleinert und auf geeigneten Moorwaldflächen verteilt.

Von den ausgebrachten Pflanzen wies das Bittere Schaumkraut die höchsten Keimrate auf, auch die der Pracht-Nelke und des Dunklen Lungenkrauts keimten gut. Bei der Glockenheide konnten noch keine Keimlinge nachgewiesen werden, allerdings wurde sie auch erst im Winter 2020 ausgebracht. Nicht gepflanzt werden konnten der Königsfarn und die Einbeere, da die Anzucht  auch nach zwei Jahren keine Erfolge brachte. Die Einbeere wird in der Natur von Vögeln aufgenommen und wieder ausgeschieden, es kann sein dass die fehlende Darmpassage die Keimung verhinderte.

Die in den Moorwäldern ausgebrachten Torfmoosarten wachsen und gedeihen und breiten sich nun hoffentlich wieder von alleine aus.

Auch nach dem Projektabschluss werden die ausgebrachten Pflanzen weiterhin kontrolliert. Es bleibt spannend wie sie sich in den nächsten Jahren entwickeln.

 

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:              Michael Zauft (Projektleitung)

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