Wissenstransfer für die Stepenitz

Wissenstransfer für die Stepenitz

Das LIFE-Projekt-Team und die Fachleuten verschaffen sich einen Überblick über die Flächen im Projektgebiet.
Aue an der Stepenitz
Durch die Bandbreite der Fachgebiete konnten sich die Gäste mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen hervorragend ergänzen und angeregte Diskussionen führen.
Experten für LIFE
Aue an der Panke
Auch an der Panke ist der Biber aktiv.
LIFE live
An der Panke konnten die Gäste des LIFE-Teams die Kiesschüttungen des Vorjahres besichtigen, welche die Gewässersohle stabilisieren und verschiedenen Wassertieren einen Lebensraum bieten.
Die mehr als 800 Jahre alte Gülitzer Ulme
Heckenpflanzung. Der Zaun kommt später wieder weg.
Heckenpflanzung: Faulbaum
Quelle an der Stepenitz

Zu den Zielen des LIFE-Projekts „Feuchtwälder“ gehört es nicht nur, bestehende Auenwälder zu erhalten und zu entwickeln. Es sollen auch Auenwälder an verschiedenen Standorten initiiert werden – und zwar dort, wo sie einst durch menschliches Eingreifen verloren gingen. Acht Expertinnen und Experten haben das LIFE-Projekt-Team Mitte Mai an der Stepenitz und der Panke besucht und mit ihrem Fachwissen unterstützt.

Einst wurde die Stepenitz von einem Auenwald begleitet, doch wurde dieser im Laufe der Zeit gerodet und die Aue entwässert, um die Flächen als Wiesen und Weiden nutzbar zu machen. Auf den mittlerweile ungenutzten und von Schilf und Brennnesseln zum Teil stark bewachsenen Flächen, sollen im Rahmen des LIFE Feuchtwälder-Projekts neue Auenwälder entstehen. Daher lud das Projekt-Team Gewässer- und Forst-Fachleute aus verschiedenen Institutionen zu einem zweitägigen Workshop ein und diskutierte mit ihnen über die geplanten Pflanzungen auf den Flächen an der Stepenitz. Am ersten Tag ging es nach einer kurzen Einführung direkt ins Gelände. Zunächst wurden die Heckenpflanzungen aus den Vorjahren und ihre bisherige Entwicklung besichtigt. Sie sollen die Stepenitzaue vor zusätzlichen Sediment-und Nährstoffeinträgen aus angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen schützen. „Die Hecke sieht gut aus!“ waren sich alle Experten einig.

Bei der Besichtigung der potenziellen Pflanzungsflächen galt es zu klären, welche Baum- und Straucharten  an genau der Stelle geeignet sind, um ein stabiles Auenwaldsystem zu initiieren. Dabei mussten verschiedene gebietseigene Parameter berücksichtigt werden: Wasserverfügbarkeit, Nährstoffvorrat, Relief, Gewässer- und Bodenstrukturen und vieles mehr. Auch der Umgang mit pflanzenfressenden Wildtieren, insbesondere dem Biber, spielt für den Erfolg der geplanten Pflanzungen eine entscheidende Rolle. Einen weiteren, wesentlichen Faktor bei der Etablierung von Auenwald in der Stepenitzaue stellt der Hochwasserschutz dar. Schon bei der Wahl des Pflanzstandortes und des Pflanzdesigns muss dieser Faktor berücksichtigt werden.

An der Panke konnten die Fachleute zudem die Kiesschüttungen aus dem Vorjahr betrachten, die zur Stabilisierung der Gewässersohle beitragen.

Am zweiten Tag hat die Gruppe weitere Projektflächen sowie Heckenpflanzung an der Stepenitz besichtigt. Trotz des gelegentlich einsetzenden Regens – welcher dringend zur Regenerierung der Feuchtbiotope nach dem Dürresommer 2018 benötigt wird – setzten die Spezialisten ihre anregenden Diskussionen zur Renaturierung der Auen ungemindert fort.

Den Abschluss der zwei Tage bildete der Besuch der mehr als 800 Jahre alten Gülitzer Ulme.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen teilnehmenden Expertinnen und Experten für ihre Ratschläge und das Teilen ihrer Erfahrungen bedanken!

Eine kurze Zusammenfassung der Empfehlungen können Sie hier herunterladen.

Vielen Dank an:

Friedrich Birr, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde; Matthias Brunke, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein; Holger Lengsfeld und Anika Sebastian, NABU, Gewässerrandstreifenprojekt Untere Havel; Jochen Purps, Büro für regionale Entwicklung und ökologische Planungen; Mathias Scholz, UFZ/ Department Naturschutzforschung; Holger Schulz, Revierleiter Groß Linde, Oberförsterei Gadow; Steffen Zahn, Institut für Binnenfischerei e.V.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:              Janine Ruffer (Projektleitung)

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