Kies und Totholz für mehr Leben im Rhin

Kies und Totholz für mehr Leben im Rhin

Bis heute hat der Kleine Rhin einen unnatürlich geraden Verlauf.
Der Kleine Rhin ist an einigen Stellen zu breit. Das Flüsschen wird verengt, um mehr Dynamik und Lebendigkeit zurück zu gewinnen.

Um die natürliche Dynamik im Kleinen Rhin südlich von Rheinsberg wiederherzustellen, lassen wir aktuell zwischen der Köpernitzer Mühle und der Straßenbrücke über die B122 Totholz- und Kies in das Flüsschen einbauen. Im Dezember werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Projektleiterin Janine Ruffer erläutert die Arbeiten: „Totholz- und Kieseinbauten verengen den Querschnitt des zur Zeit viel zu breiten Kleinen Rhins. Die unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten schaffen an diesen Stellen Strömungsvielfalt. Verschiedene Materialien wie Sande und Kiese lagern sich ab, Strukturvielfalt entsteht. In diesen neuen Lebensräumen können unterschiedliche Tierarten leben: Köcherfliegen- und Libellenlarven auf der Flusssohle, Bachforellen im sauerstoffreichen fließenden Wasser und der Fischotter am Ufer.“

Die Jungfische können die neu entstehenden Totholzbereiche als Kinderstube nutzen und Schutz vor Räubern finden. Auch Wasserinsekten finden dort neue Unterschlupfmöglichkeiten. In den verengten Abschnitten, wo das Wasser schneller fließt, reichert sich Sauerstoff im Kleinen Rhin an, den Muscheln und Fische zum Leben brauchen.

Um zu gewährleisten, dass das Wasser jederzeit frei abfließen kann, wird in der Gewässermitte ein Stromstrich freigehalten, in dem keine Wasserpflanzen aufwachsen können, erklärt die Wasserbauingenieurin der Stiftung.

Die Wiesen entlang des Kleinen Rhins wurden in der Vergangenheit entwässert, um sie nutzen zu können. Dafür wurde der Flusslauf begradigt, die Sohle vertieft und das Gewässerbett verbreitert. Bis heute hat der Kleine Rhin einen unnatürlich geraden Verlauf, an vielen Stellen ist er zu breit. Insbesondere in den niederschlagsarmen Sommermonaten fließt das Wasser nur sehr langsam oder kommt gänzlich zum Stehen. Auf der Gewässersohle lagert sich Schlamm ab, Wasserpflanzen wachsen vermehrt und verringern die Fließgeschwindigkeit weiter. Der Fließgewässercharakter geht verloren. Typische Arten wie die Kleine Bachmuschel, Bachforellen und Bachneunauge können hier nicht mehr leben.

Ausgeführt werden die Bauarbeiten von der Firma Biotop- und Landschaftsbau Henry Wengler aus dem uckermärkischen Fürstenwerder.

Das Projekt LIFE Feuchtwälder

In einem EU-LIFE-Projekt widmet sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in den nächsten Jahren dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern.

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Ansprechpartner:              Janine Ruffer (Projektleitung)

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